Apramycin bildet zusammen mit Tobramycin die Gruppe der Nebramycine (Prescott 1988a) und gehört zu den Aminocylitolen (Budde 2023a); die Aminocylitole sind eng mit den Aminoglykosiden verwandt. Der Wirkstoff wird aus Streptomyces tenebrarius isoliert (Prescott 1988a; Brown 1991b; Budde 2023a) und ist ein 2-Deoxystreptaminderivat (NCBI 2011a), welches als hell- bis mittelbraunes Pulver vorliegt (Budde 2023a).
Siehe mehr zu den allgemeinen chemischen Eigenschaften der Aminoglykoside unter Gentamicin.
Die Summenformel lautet C21H41N5O11 (O'Neil 2001a; Owen 1980b; O'Connor 1976a) und das Molekulargewicht beträgt 539,60 g/mol (NCBI 2011a). Apramycin ist gut wasser- und schlecht fettlöslich, sowie über einen weiten pH-Bereich stabil (Riviere 1995b).
Das Molekulargewicht von Apramycinsulfat beträgt 637,65 g/mol und seine Summenformel lautet C21H43N5O15S (NCBI 2011a).
Apramycin-Pulver sollte in fest verschlossenen Behältern, sowie trocken und kühl (< 25°C), gelagert werden. Der Schutz vor Feuchtigkeit ist wichtig. Nach dem Öffnen sollte der Inhalt innert 28 Tagen aufgebraucht werden. Nach dem Anrühren mit Wasser sollte es nach 24 Stunden und nach dem Anrühren mit Milchersatz nach 6 Stunden entsorgt werden. Das Anmischen sollte unmittelbar vor der Gabe stattfinden und die Temperatur des Milchersatzes nicht > 40°C sein. Rost und Oxidation, z.B. durch ein rostiges Tränkesystem, führt zur Inaktivierung des Wirkstoffes (Budde 2023a).
Apramycin sollte im Allgemeinen nicht mit anderen Medikamenten vermischt werden (Budde 2023a). Aminoglykoside sind nicht kompatibel mit β-Laktamantibiotika; beim Mischen kommt es zur Inaktivierung (Rosin 1992a). Laut einer Studie bei Schweinen ist die kombinierte perorale Gabe von Apramycin und Amoxicillin aber kompatibel, ohne dass sich die Pharmakokinetik der beiden Komponenten verändert (Dai 2017a).
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